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Es ist schon nicht
einfach heutzutage, zu lehren und zu lernen.

Überall fehlen die
Mittel, motiviertes (Lehr)Personal und oftmals auch die Unterstützung durch
Bund und Länder. Die Untersuchungen der OECD in ihrem
"Programme
for International Student Assessment", besser bekannt und
"gefürchtet" als PISA-STUDIE, schwebt ständig wie ein
moralisches Damoklesschwert über den pädagogischen Einrichtungen.
Gelegentliches Desinteresse- oder auch Desinformationen der Eltern, reale oder auch
überzogene Medienberichte aber auch Ereignisse, wie die durch den Erfurter
Gymnasialschüler Steinhäuser initiierten schrecklichen Mordtaten, schaffen verwirrende Situationen.

Doch wo bleibt bei all dem Chaos die
Kontinuität, die unsere Kinder benötigen? Wo die Berechenbarkeit und der
Verlass auf die Schule?
Die Förderschule
"Pestalozzi" aus Weissenfels stellt sich bereits seit langem diesen
Herausforderungen. In der Vergangenheit wurden Weiterbildungen für Pädagogen
wie auch für Schüler organisiert und durchgeführt. Doch nun geht diese Einrichtung
noch einen Schritt weiter und richtet mit entsprechenden Fördermitteln einen Anti-Aggressionsraum
(AAR) ein. Hierzu hatte man zwar viele und konkrete
Vorstellungen, doch es fehlte sowohl in der Umsetzung als auch in der Stringenz
des Konzeptes an einigen Ecken. Jugend- und Sozialarbeiter Thomas Ganz nutzte
hier einfach seine guten Kontakte und holte sich den Kung-Fu Lehrer und
Antiaggressionsfachmann Frank Paetzold mit ins Boot. Das Konzept begann Kontur anzunehmen.
Nicht nur, dass sich Sifu Paetzold bereit erklärte, die Konzeption des Raumes zu
übernehmen, er bot auch seine persönliche Hilfe und die seiner Schüler der
WTCF an. Somit wurde der AAR 2007 fertig gestellt
werden!
Doch damit nicht genug.
Sifu Paetzold schlug vor, dieses Projekt nicht
einzeln im Raum stehen zu lassen, sondern unterstützende und ergänzende Module
anzufügen. Die Verpuffung von Zeit und Geld stünde bevor, wenn nicht
entsprechend wirksame Massnahmen ergriffen werden würden. Der AAR soll
verhaltensauffälligen Schüler/ innen die Möglichkeit bieten, ihre durch
situativ- und persönlich entstandenen Emotions- und Verhaltensweisen
auszuleben, respektive abzureagieren. Doch der Fachexperte verwies
umgehend auf wichtige ergänzende Massnahmen. So ist die Unterrichtung
des
vorwiegend weiblichen Lehrerpersonals explizit vonnöten. Sie sollten eine
Handlungsfähigkeit erhalten, welche es ihnen erlaubt, pädagogische Grundsätze
mit Selbstschutzfähigkeit zu verbinden, die ihnen in den immer häufigeren
Ausnahmefällen Ruhe, Sicherheit und Selbstvertauen
gibt.
Hierzu wird noch in den nächsten Wochen eine
entsprechende Weiterbildungsmassnahme mit folgenden Schwerpunkten durchgeführt:
° Etablierung einer
Sicherheitskultur in der Institution °
Grundausbildung für den Umgang mit Gewalt °
Vorgehen in akuten Situationen ° Risikoabwägung in akuten Situation °
Frühwarnzeichen und besondere Gefahrensituationen °
Persönlichkeiten und Verhalten potentieller Angreifer °
Situatives Verhalten potentieller Gewaltopfer °
Interventionsmöglichkeiten Aber
auch eine spezifische Schülerausbildung mit Schwerpunkten wie die
Konfliktlösung durch Kommunikation, oder auch die Körpersprache und deren
Deutungen. Darüber
hinaus sind für das neue Jahr Pilotprojekte angedacht, welche durch Schülerpatrouillen
den Schulhof oder Pausenraum sicherer gestalten sollen. Doch dazu später
mehr.
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