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Programm der WTCF zur Gewaltprävention für Kinder & Jugendliche
Seminare
zur Gewaltprävention auf dem sensiblen Gebiet der Kinder &
Jugendlichen, gewinnen in unserer heutigen Zeit, bedauerlicherweise, immer
mehr an Bedeutung!
Ähnlich
schlimm wie in den Analysen zu Straftaten gegenüber Frauen, stellen sich die
Gewalt-Statistiken gegenüber den uns Schutzbefohlenen & schwächsten Gliedern
der gesellschaftlichen Kette - UNSEREN KINDERN!
Dabei
spielen alle Formen von Gewalt eine Rolle:
°
Passive
Gewalt ° Isolation & Vernachlässigung ° Psychische Misshandlung °
Körperliche
Misshandlung ° Sexueller Missbrauch und Gewalt
Passive Gewalt
Sie herrscht, wenn sich die Eltern streiten, eifersüchtig verhalten, prügeln,
Alkoholprobleme haben. Wenn Kinder das permanent miterleben müssen, fühlen
sie sich seelisch in Mitleidenschaft gezogen. Extreme Angst, Panik kann
entstehen, wenn ihnen niemand erklärt, um was es geht.
Isolation
Bedeutet, dass Kinder von der Außenwelt abgeschottet werden. Aus Angst,
dass etwas passieren könnte, wird dem Kind nicht erlaubt, mit anderen Kindern
(draußen) zu spielen (ängstliches Überbehüten). Kinder benötigen aber für
eine gute emotionale und seelische Entwicklung diese Kontakte!
Geborgenheit, Zuwendung und Liebe fehlen, Trost wird verwehrt. Nichts verletzt
die Kinderseele so stark wie kaltes Ablehnen, Abwehr, Abwertung und Zurückweisen.
Die seelische Misshandlung bei Kindern ist nicht leicht zu ersehen, da man keine
körperlich sichtbaren Spuren findet.
Vernachlässigung Beschreibt einen Zustand, in dem den kindlichen Bedürfnissen (Ernährung,
Pflege, Fürsorge, Geborgenheit, Anregung und Abwechslung) nicht oder nicht genügend
nachgekommen wird. Es kann aus Unkenntnis oder aus Absicht erfolgen. Die
dadurch ausgelöste Unterversorgung des Kindes führt zu einer Beeinträchtigung
und Schädigung seiner Entwicklung. Dabei kann auch das Ableben eines
Kindes heraufbeschworen werden. Psychische Misshandlung Beschreibt ein Verhalten,
in welchem der Erwachsene dem Kind gegenüber feindlich und
abweisend gegenüber tritt. Ablehnung, Herabsetzung, Schweigen, Kränkung,
Isolation (Einsperren), Ignorieren, demütigendes Schimpfen, permanente Demütigung
(womöglich noch vor anderen; und andere werden als Vorbild hingestellt) und
Angstmachen (mit dem schwarzen Mann drohen, der Polizei, dem Heim, dem Zauberer,
dem dunklen Keller, dass man das Kind nicht mehr lieb hat bei Fehlverhalten usw.) fallen hierunter. Kinder sind nicht in der Lage, abzuschätzen wie realitätsnah
solche Figuren sind. Körperliche Misshandlung Sie bezeichnet alle Formen körperlicher Gewalt gegen Kinder, die als Folge körperliche
Verletzungen nach sich ziehen (können). Die Misshandlung wird mit Absicht
ausgeführt oder in Kauf genommen, obwohl ernsthafte körperliche Verletzungen
oder seelische Wunden entstehen können. Beispiel: Schütteln, Schlagen, Stoßen,
Würgen. Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt Bedeutet, dass Erwachsene Kinder benutzen, um sich sexuelle Befriedigung zu
verschaffen. Sei es, dass sexuelle Handlungen am oder vor dem Kind vorgenommen
werden, oder aber an sich ausführen lassen.
Die Unwissenheit des Kindes aufgrund seines Alters und seines
Entwicklungsstandes wird dabei ausgenutzt. Der Täter versucht, sich Bedürfnisse
nach Macht, Intimität und Erregung auf diese Art und Weise zu erfüllen.
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Sexueller Missbrauch wird geplant und geschieht somit nicht spontan.
Mädchen
sind weitaus mehr davon betroffen als Jungen und der sexuelle Missbrauch stellt die
verhängnisvollste Art körperlicher und psychischer Gewalt dar. Es ist ein Ammenmärchen, dass sich hier in erster Linie fremde Personen
schuldig machen; vielmehr sind es nahe Verwandte (Bruder, Erzieher,
Lehrer, Nachbar, Onkel, Pastor, Vater u.s.w.), die dem Kind in unerlaubter Weise nahe treten. Das
Ausnutzen einer Vertrauensstellung wird hier ersichtlich. Die immense Abhängigkeit
des Kindes von seiner Familie verleiht dem Ganzen das noch zusätzlich
Tragische.
Die Statistik des Deutschen Kinderschutzzentrums zeigt:
53% der Täter sind Väter,
16% Stiefväter u.ä., 6% ältere Brüder, 5% Onkel, 3% Großväter, 10%
Nachbarn oder Freunde; 6% Lehrer, Erzieher, Ärzte.
Lediglich in 1% der Fälle
kannte das Opfer den Täter nicht gut.
In Deutschland geht man von 300 000 Opfern pro Jahr aus. Mädchen werden fast
nur in der Familie missbraucht, Knaben eher im näheren Bekanntenkreis. In 90%
der Fälle waren die Täter männlichen Geschlechts. Sexueller Missbrauch kommt
in allen Gesellschaftsschichten vor. Missbrauchstäter sind recht selten geistig
gestört oder offensichtlich geisteskrank.
Es existiert ein einheitliches Täterbild: Eher angepasste, durchschnittliche
Typen auf den ersten Blick. Das einzige, was bei allen auffällt, ist die
sexistische Grundhaltung und die Auffassung, dass Männer gegenüber den Frauen
das Sagen haben (sollten).
Eine schleichende Entwicklung hinsichtlich des Missbrauchs ist meist gegeben:
Stufe für Stufe tastet sich der Täter im wahrsten Sinne des Wortes vor
(hastige Berührung, dann aber regelmäßiger, streicheln, Oralsex, weniger
Geschlechtsverkehr).
Die Notwendigkeit, körperliche Kontakte zum richtigen Zeitpunkt zu beenden,
scheint für viele Erwachsene, v.a. Männer, ein Problem zu sein. Alle Kinder
benötigen körperlichen Kontakt zu den Eltern, wollen in den Arm genommen
werden, wünschen Streicheleinheiten und Schmusen - das Kind ist aber nie am Erwachsenen sexuell interessiert! Sexualtäter sind emotional überwiegend von
Unreife gekennzeichnet, besitzen sexuelle Versagensängste. Sie interpretieren
das Interesse des Kindes nach Zärtlichkeit und Zuwendung in ihrem Sinne als
Wunsch nach sexuellen Kontakten. Dadurch versuchen sie sich zu rechtfertigen.
Bei ihnen herrscht die Meinung, dass sie zu sexuellen Handlungen provoziert oder
sogar aufgefordert wurden.
Die Grenze ist in dem Augenblick überschritten, wo das Kind dazu benutzt wird,
die Bedürfnisse des Erwachsenen zu befriedigen und die Intimgrenzen des Kindes
aufgeweicht werden. Missbrauch fängt dort an, wo die Schamgrenzen des Kindes
mehrfach gegen dessen Widerstand eingerissen werden. Die Schamgrenze, die jedes
Kind durch Gesten, Blicke, Worte und Taten deutlich macht, ist unmissverständlich.
Diese gilt es unter allen Umständen einzuhalten. Der Wille und die Würde des
Kindes sind unantastbar. Genaue Beobachtung des Kindes kann Aufschluss darüber
geben, ob ein Missbrauch vorliegt oder nicht.
Genauso verhält es sich mit der Autonomie und der Integrität = ein Beispiel
hierfür. Man
darf ein Kind nicht zwingen, Verwandte usw. (für ein erhaltenes Geschenk) zu küssen.
Kinder empfinden ein unangenehmes Gefühl und starke Abwehr, die sich dann
hoffentlich auch sprachlich in einem "Nein" ausdrückt.
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Fast alle sind keine
Einzel-, sondern Serientäter. Niemand kann ein Kind aus Versehen missbrauchen. Täter kennen ihre Opfer in ihren Lebensgewohnheiten sehr genau und versuchen
geschickt ihre Tätigkeiten zu verbergen. Auch das unter Druck setzen wird
meistens praktiziert (Geheimhaltungsgebot). Drohungen führen dazu, dass Kinder
sprachlos werden. Sie sind gefangen in dem sehr widersprüchlichen Gefühlschaos:
sie mögen ihren Vater, hassen aber sein Verhalten. Die Not wird deshalb
vielfach verschlüsselt dargestellt: Sie sprechen in Bildern, durch Zeichnungen,
oder durch Körpersprache.
Das Vertrauen des Kindes in seine Umgebung, seine Vertrauenspersonen wird
nachhaltig und tiefgehend erschüttert. Es erlebt, dass Nähe und Vertrauen es
in eine gefährliche Situation bringen. Kinder fürchten die Zuneigung zu
verlieren, wenn sie sich gegen diese Aktivitäten wehren. Zu Anfang können sie
nicht "Nein" sagen, später sagen die Täter dann: "Du hast es
gewollt, hast mitgemacht!".
Das Schuldgefühl wird umso stärker, je länger der Missbrauch stattgefunden
hat. Schamgefühle, Gewissensbisse, Scham, Ekel vor sich selbst und anderen sind
oftmals ein ganzes Leben lang präsent. Manchmal entwickelt sich ein Waschzwang,
Hautallergien, Schluckbeschwerden, Übelkeit oder Brechreiz, dauerndes Husten
etc.
Der Wille des missbrauchten Kindes wurde gebrochen. Sie konnten es nicht
verhindern und sehen nun als Überlebensstrategie ihren eigenen Körper als
etwas Fremdes an.
Angst ist ein ständiger Begleiter dieser Kinder: sowohl vor Übergriffen als
auch vor dem Bekannt werden. Schlafstörungen, übermäßiges Schwitzen und Alpträume
kann man als Symptome finden. Ängstlichkeit, Rückzugstendenzen,
Leistungsabfall, Schulprobleme, Konzentrationsschwäche (sie konzentrieren sich
innerlich fast nur auf ihre alptraumhafte Erfahrung), Stimmungsschwankungen,
Aggressivität, Ruhelosigkeit und Nervosität, Vermeidungsverhalten,
sexualisiertes Verhalten oder eigene Gewalttätigkeit können (müssen aber
nicht) darauf hindeuten.
Sexueller Missbrauch von Kindern ist selbstverständlich strafbar. Führte der
Missbrauch zu schweren körperlichen Verletzungen, ist mit einer Strafanzeige
gegen den Täter zu rechnen. Ist die Polizei oder Staatsanwaltschaft
darüber informiert, ist ein Strafverfahren unausweichlich.
UNSERE Hilfe zur Vorbeugung:
Wir möchten in Seminaren und speziellen Kursen helfen, den Kindern
beizubringen unter oben genannten Umständen zu widersprechen, Autoritäten
nicht blind zu gehorchen ... "NEIN!" zu sagen. Autoritäre Familienstrukturen begünstigen sexuellen
Missbrauch.
Autoritäten sind nicht grundsätzlich vertrauenswürdige Personen.
Es ist für Kinder in diesem Alter wichtig, ihre Bedürfnisse und Wünsche formulieren zu können. Werden
bei Kindern Bedürfnisse nach Nähe und Geborgenheit nicht genügend
befriedigt, so besteht eine höhere Gefährdung hinsichtlich sexuellen
Missbrauchs. Ablehnung muss selbstbewusst vorgetragen werden (klar und
unmissverständlich) und dies möchten wir in unseren Kursen, welche z.T. auch
in der Anwesenheit eines Elternteils durchgeführt werden, den Kindern
vermitteln! Die pädagogische, versinnbildlichte Hand-in-Hand-Arbeit
zwischen WTCF-Ausbildern, der Schule und den Eltern ist
hierbei ein nicht zu unterschätzendes Potential! Auch Eltern müssen vorleben, wie man Wünsche
klar äussert und Ablehnung verbal und körpersprachlich vermittelt.

"Bitte
betrachten Sie mich nicht als Lehrmeister oder Besserwisser ...
ich möchte durch
diesen
Text nicht den Teufel an die Wand malen, lediglich
sensibilisieren!"
Dai-Sifu
Frank Paetzold

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