Wing Tsun Combat Federadition -WTCF- Sifu Paetzold, Wing Tsun - Kung Fu

 

Nimm die Traditionen an, bewahre 

die chinesische Kunst & deren Verhaltensregeln. (Yip Man)

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WING TSUN - 春詠

 

WING TSUN

春詠


  
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Die Legende

Die Geschichte des Wing Tsun liegt weit im Verborgenem der Historie. Es ist eines der ältesten traditionellen, chinesischen Kampfkunst Systeme, die zur Zeit in Westeuropa unterrichtet werden. Es fällt schwer, aus heutiger Sicht (kommunikations- und multimedialverwöhnt wie wir es nun einmal sind) zwischen Legende, historischen Fakten, wunsch- und verehrungsdenkenden Einzelner und den damaligen Realitäten zu unterscheiden.
Doch was will man unterscheiden? Legende von Historie ... oder will man Fakten und Geschichten kontraproduktiv trennen und selbige von heutigen marktwirtschaftlich präsenten Strategien abhängig zu machen?
Wahrscheinlich ist der Wing Tsun Stil nicht älter als 300 Jahre, wenn man die historischen Daten von Geschehnissen und Personen mit denen anderer Wu Shu Stilen Süd-Chinas vergleicht und berücksichtigt.
Tatsachen, Fakten und Erzählungen werden entstehungsgeschichtlich bearbeitet und faszinieren vor allem deswegen immer wieder nachfolgende Generationen. Es gibt verschiedene Versionen der Wing Tsun- Geschichte, hier eine der bekanntesten:

 

Das Shaolin - Kloster

Während der Ching (auch Mandschu) Dynastie wurden die Anhänger des Shaolin Wu Shu’ s wegen ihrer Kampfkunst so berühmt, dass die Regierung beschloss, die Mönche töten und das Kloster dem Erdboden gleich machen zu lassen.

Eingang des Shaolin-Klosters


Die Klosteranlage soll demnach mit Hilfe eines Verräters von innen völlig zerstört wurden sein und alle Insassen, Mönche, Novizen und Laien, die sich auf die Kampfkunst verstanden, kamen ums Leben.
Alle bis auf Fünf! Ihnen, die später als die fünf Älteren oder auch Weisen bekannt wurden, gelang die Flucht. Es handelt sich der Legende nach um:
Meister Chi Sin Sim Si
Meister Fung To Tak
Meister Miu Hin
Meisterin Ng Mui
Meister Pak Mei
und deren Schüler (Hung Hay Kwun, Fong Sai Yuk und Luk Ah Choy).

Der Abt Chi Sin Sim Si beschloss auch weiterhin und im verborgenen gegen die Mandschus zu kämpfen und sendet deshalb alle Meister und Schüler weitverzweigt in das Land, um somit eine Zerschlagung des Erbe von Shaolin möglichst zu verhindern

Er selbst nahm eine Tarnidentität als Koch auf einer "Roten Dschunke" (als "Rote Dschunke" wurden die Transportschiffe einer Operntruppe bezeichnet, die üblicherweise mit roter Farbe gestrichen und bunten Fahnen geschmückt waren) an.

Ng Mui 
Lange Zeit überlegte Ng Mui, wie sie eine neue Kampfkunst entwickeln könnte, die auch einen schwächeren Menschen befähigen würde, einen in klassischen Kampfkünsten Trainierten zu besiegen.
Kranich gegen SchlangeDie Legende sagt, dass sie die entscheidende Inspiration hatte, als sie einen Kampf zwischen einem Kranich und einem Fuchs (andere, ebenfalls glaubwürdige Quellen, sprechen von einem Kranich und einer Schlange) beobachten konnte.
Der Fuchs lief um den Kranich herum, in der Hoffnung, einen tödlichen Angriff gegen dessen ungeschützte Flanke anbringen zu können. Der Kranich drehte sich stets so, dass seine Brustseite unverwandt dem Fuchs zugewandt war. Jedesmal, wenn der Fuchs dem Kranich zu nahe kam und ihn etwa mit einer Pfote angreifen wollte, wehrte der Kranich mit einem Flügel ab und führte gleichzeitig einen Gegenangriff mit seinem Schnabel. Während der Kranich also mit den Schwingen abwehrte und mit dem Schnabel konterte, verliess sich der listige Fuchs auf die Schnelligkeit seiner Beine und auf Überraschungsangriffe. Wie dieser Kampf endete war nicht von Bedeutung.

Ng Mui aber entwickelte aus den daraus gewonnenen Ideen ein neues Kampfkunstsystem.
Die vornehmlichsten Unterscheidungsmerkmale des neuen Systems von Ng Mui zum Shaolin Wu Shu waren die einfacheren und anpassungsfähigeren Bewegungen, die Praxisbezogenheit und der ökonomischere Krafteinsatz.
Ng Muis System zielte darauf ab den Gegner mit Methode statt mit Kraft zu besiegen.

Südchinesische Berglandschaft  

Am Tai-Leung-Berg machte Ng Mui Bekanntschaft mit einem gewissen Yim Lee und dessen Tochter Wing Tsun, was so viel bedeutet wie "schöner Frühling".
Diesem jungen Mädchen hat das System der Nonne Ng Mui seinen wohlklingenden Namen zu verdanken. Wie es dazu kam, dass Yim Wing Tsun von Ng Mui als Schülerin angenommen wurde und das neue System erlernte, erfahren Sie in unserem nächsten Teil.

Yim Wing Tsun
Im Dorf, unterhalb des Tai-Leung-Berges pflegte Ng Mui mehrere Male im Monat den einzukaufen. An einem Stand verkaufte das junge Mädchen Yim Wing Tsun mit ihrem Vater Tofu. Die beiden waren aus ihrer Heimat in der Kwantung Provinz geflüchtet, da ihr Vater unglücklicherweise in eine Gerichtssache verwickelt war. Als Schüler des Shaolinklosters hatte er, Yim Lee, einige Kampftechniken erlernt und sorgte in seiner Gegend für Gerechtigkeit, wenn es sich als nötig erwies. Dadurch geriet er in Schwierigkeiten, die ihn zwangen seine Heimat zu verlassen und an die Grenze der Provinzen Szechwan und Yunnan zu fliehen und sich am besagten Tai-Leung-Berg niederzulassen.

Yim Wing Tsun entwickelte sich zu einem aufgeweckten und hübschen Mädchen. Ihre Schönheit und ihr freundliches Wesen sollten aber auch die Ursache für ein schlimmes Problem werden.
Im Ort gab es einen notorischen Schläger namens Wong, der ständig Streit suchte. Aber die Dorfbewohner konnten ihm nichts anhaben, da er ein Wu Shu Experte war und einer Geheimgesellschaft angehörte. Angezogen von der Schönheit Yim Wing Tsuns hielt er um ihre Hand an. Doch Wing Tsun war schon als kleines Kind dem Jüngling Leung Bok Chau, einem Salzkaufmann aus Fukien versprochen. Wong schickte ihr daraufhin einen Boten, setzte ihr eine Frist und drohte Gewalt anzuwenden, falls sie sich ihm verweigerte. Vater und Tochter lebten also in grosser Sorge um ihre Zukunft.
Ng Mui war im Laufe der Zeit zur regelmässigen Kundin von Yim Lee geworden und unterhielt sich oft mit den beiden. Eines Tages erkannte sie, dass die beiden von grossen Sorgen gequält wurden. Auf ihre Fragen erzählte ihr Yim Lee alles. Ng Mui hatte einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und beschloss Wing Tsun zu helfen. Aber sie wollte den Bösewicht nicht selbst bestrafen, da sie einerseits nicht ihre Tarnidentität aufgeben wollte, andererseits wäre ein Kampf zwischen ihr, der berühmten Meisterin aus dem Shaolinkloster und einem unbekannten Dorfschläger unfair und ruhmlos gewesen. Deshalb wollte sie Yim Wing Tsun helfen, indem sie ihr die Kunst des Kämpfens beibrachte.
Nach nur drei Jahren Privatunterricht hatte sie die ihr gezeigte Methode gemeistert. Ng Mui schickte sie nach der Ausbildung im Weissen Kranich-Tempel wieder zurück zu ihrem Vater. Kaum kehrte Wing Tsun ins Dorf zurück, wurde sie wieder von dem Schläger Wong bedrängt. Dieses Mal lief sie nicht vor ihm davon, sondern forderte ihn zum Kampf auf. Der Rowdy war sich seines Sieges sicher und freute sich darauf, das schöne Mädchen endlich zu erringen.
Aber er sollte sich getäuscht haben, denn Wing Tsun schlug ihn zu Boden, wo er hilflos liegen blieb. Nachdem Wing Tsun den Schläger besiegt hatte, setzte sie ihre Kampfübungen fort. Als Ng Mui beschloss, wieder weiterzureisen ermahnte sie Wing Tsun, einen würdigen Nachfolger zu finden und nur die richtigen Schüler zu unterweisen.
Yim Wing Tsun heiratete schliesslich doch ihren Verlobten Leung Bok Chau und gab die Kampfkunst-Methode, die sie von Ng Mui erlernt hatte an ihn weiter.

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Leung Bok Chau
Leung Bok Chau hatte bereits vor seiner Hochzeit Wu Shu trainiert, deswegen hörte er seiner Frau anfangs auch kaum zu, wenn sie über die Theorie der Kampfkunst sprach. Natürlich glaubte er, dass eine Frau zu schwach sei, um ein ernstzunehmender Gegner für einen Mann zu sein.
Doch einmal fand Wing Tsun die Gelegenheit, ihm ihr Können praktisch zu beweisen und so oft sie zusammen kämpften, wurde Leung Bok Chau von ihr besiegt. Erst dann erkannte er, dass seine Frau eine grosse Meisterin der Kampfkunst war. Ihr zu Ehren nannte er dieses Wu Shu System später Wing Tsun.
Leung Bok Chau trainierte regelmässig mit seiner Frau, bis er selbst ein Meister dieser Kampfkunst geworden war. Er gab sein Wissen weiter an Leung Lan Kwai.

Leung Lan Kwai
Später gab Leung Bok Chau das System an Leung Lan Kwai weiter, einem Kräuter- und Knochenarzt, der seine Wu Shu Kenntnisse für sich behalten und niemals publik machen wollte. Nicht einmal seine Verwandten und engsten Freunde wussten, dass er ein Meister des Wu Shu war.
Sein Geheimnis wurde erst offenbar, als er eine Gruppe Schläger in die Flucht schlug, die einen Einzelnen angegriffen hatten. Hätte Leung Lan Kwai damals sein Können nicht zeigen müssen, so wäre die Geschichte des Wing Tsun wohl an dieser Stelle beendet worden.
So aber geschah es, dass er sein Wissen an Wong Wah Bo weitergab, einem Schauspieler bei einer Operntruppe. Damals nannte man alle Opernschauspieler "Jünger der Roten Dschunke". Leung Lan Kwai hatte ursprünglich niemanden unterrichten wollen, aber Wong Wah Bo´ s aufrechter Charakter und sein Gerechtigkeitssinn stimmten ihn um, so dass ihn Leung Lan Kwai als Schüler akzeptierte.

 

Wong Wah Bo
Kostüm der Peking-Operwar Schauspieler einer Operntruppe, den „Jüngern der Roten Dschunke“
Mit an Bord war der Steuermann Leung Yee Tai, der mittels einer langen Stange das Boot von Klippen und vom Ufer der Flüsse fernhielt.
Wong Wah Bo und Leung Yee Tai tauschten schließlich ihr Techniken. Leung Yee Tai erlernte den Wing Tsun- Stil und brachte die Langstocktechniken ins System ein. Durch die Anwendung der Wing Tsun- Prinzipien auf den Stockkampf konnte die Stocktechnik weiter verbessert werden. Die Bewegungen wurden so ökonomisch wie möglich gestaltet.

Leung Yee Tai
Unter den Mitgliedern der Roten Dschunke verdient Leung Yee Tei besondere Erwähnung. Er war nicht als Schauspieler, sondern als Seemann auf der "Roten Dschunke".
Chinesiche Dschunke um 1860Mit Hilfe einer langen Stange lenkte er die Dschunke.
Von all den Techniken die ihn sein Sifu, Meister Chi Sin Sim Si (welcher ebenfalls auf der Dschunke als Koch arbeitete) demonstrierte, gefiel Leung Yee Tai deshalb die "Langstock-Technik" am meisten. Leung Yee Tei hatte Glück. Meister Chi Sin Sim Si war einer der wenigen Langstock-Experten, und er hielt Leung Yee Tei für würdig, diese Techniken zu erlernen. Durch ihn und Wong Wah Bo fanden also die Langstock-Techniken Eingang in das System finden.Im fortgeschrittenen Alter gab Leung Yee Tai die Kunst des Wing Tsun an Leung Jan weiter.

 

Leung Jan
Wong Wah Bo und Leung Yee Tai gaben ihr System an Leung Jan weiter, der Wing Tsun zu großem Ruhm brachte. Leung Jan war ein bekannter und angesehener Arzt in Fatshan, einer der vier berühmten Städte der Provinz Kwantung in Südchina (nahe Kanton).
Leung Jan kam aus einer guten Familie, war kultiviert, freundlich, höflich und genoss das Vertrauen der Einwohner. In seinen vielen Herausforderungskämpfen, die sein Ruhm mit sich brachte, blieb er unbesiegt, so dass die Einwohner ihn den König des Wing Tsun(Wing Tsun-Wong) nannten.
Apotheke Dr. Leung 
        Jans - heute! Leung Jan unterrichtete in seinem Laden (eine Kräuterapotheke) in der Fai Jee Straße in Fatshan.Er hatte eine Anzahl von Schülern, unter ihnen sein Sohn Leung Bik und Chan Wah Shun, der ein großer und starker Mann war. Von Leung Jan zunächst nicht als Schüler akzeptiert, konnte Chan Wah Shun ihn durch seine Hartnäckigkeit überzeugen und wurde durch sein hartes Training einer der besten Schüler. Er wurde auch Wah der Holzmann genannt (Wong Wah Saam), da seine Unterarme hart wie Holz waren und er beim Training oft die dicken Arme der Holzpuppe abbrach. Chan wurde schließlich der Nachfolger von Leung Jan.

Chan Wah Shun
der Salzhandel und die Wechselstuben, besaßen in China eine große Bedeutung.
Tempel in China Die Geschäftstätigkeiten der Wechselstuben von Shanxi, hatten fast den Umfang von modernen Banktransaktionen. Sie hatten zur Aufgabe, Geldüberweisungen und Anlage von Geldern zu tätigen, aber auch Kredite zu gewähren und im Auftrage der Regierung Steuern ein zu treiben.
Chan Wah Shun hatte den Spitznamen: "Jiao-Chin Wah" der Geldwechsler Wah oder auch "Ngjau-Ching Wah" der Bulle (Chan Hua Kung), war also durchaus nicht geschult im nachgeben, war zweifellos der beste Kämpfer, den Dr. Leung Jan hatte. Er hatte sich in den Familientempel des Yip-Clans eingemietet und dort nur 16 Schüler unterrichtet. Im Alter von 70 Jahren nahm er den jungen Yip Man (ca. 11 Jahre) als Schüler an. Drei Jahre später starb Chan. Sein ältester Schüler, Ng Chung So, kümmerte sich weiter um Yip Man's Ausbildung.

 

Yip Man
wurde Mitte der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts als Sohn reicher Eltern geboren.
Chan Wah Shun hielt Yip Man für zu gebildet und zart für die Kampfkunst, so dass er ein sehr hohes Aufnahmeentgelt (im Gegenwert eines damaligen Hauses) verlangte, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Yip nahm seine gesamten Ersparnisse zusammen und wurde letztendlich von Chan angenommen.
Altmeister Yip Man erholt sichNach dem Tod seines Si-Fu's verließ Yip Man Fatshan, um in Hong Kong am St. Stephens
College zu studieren. Eines Tages wurde er einem älteren Mann vorgestellt, von dem man
ihm sagte, dass er ein hohes Können der Kampfkunst besaß. Yip Man war damals sehr
selbstbewusst und fürchtete niemanden. Frech forderte er den alten Mann zum Kampf heraus. Doch bei der Auseinandersetzung musste er feststellen, dass dieser Mann ihm weit überlegen war und er keine Chance hatte. Es stellte sich heraus, dass der alte Mann Leung Bik, der Sohn des Leung Jan und somit sein Si-Pak war. Beeindruckt von seinem Können verfeinerte Yip Man in den Folgejahren unter Leung Bik sein Können.

Man kann sagen, dass Yip Man unter Chan die Grundzüge und die Praxis des Wing Tsun erlernte. Durch den gebildeten Leung Bik wurde er in die Feinheiten der Wing Tsun- Theorie eingeweiht. Von Leung Bik sagt man, er sei sehr elastisch gewesen und ein sehr weiches Wing Tsun lehrte.
Über Yip Man gibt es viele Anekdoten und Storys, die ahnen lassen, wie hoch sein technisches Können wirklich war. Yip Man genoss ein sehr hohes Ansehen bei den Kampfkünstlern und heute noch wird Yip Man als DER Großmeister des Wing Tsun angesehen und respektiert.


Yip Man

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